28.10.2019-03.11.2019
Dank Allerheiligen am 01.11. hatte ich am Freitag frei, d.h. einen Tag länger Wochenende als normal. Ein kleiner Funfact nebenbei: Egal welcher Tag in Paris ist, es haben fast immer alle Läden geöffnet, sogar an Sonn- und Feiertagen. Ursprünglich stand die Idee im Raum eventuell die Schlösser der Loire zu besichtigen, aber da das Wetter alles andere als vielversprechend aussah, blieb es lediglich bei der Idee. Daumen drücken, dass ich mir die Schlösser noch anschauen kann bzw. werde.
Kultursamstag
Wie eigentlich jedes Wochenende habe ich mich Freitag früh wieder mit Viktoria getroffen, um diesmal die Backside Ausstellung im Musée Bourdelle zu besichtigen. Die Ausstellung zeigt wunderschöne Kreationen von Künstlern, die den Rücken besonders in Szene setzen. Auch wenn er auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, so hat der Rücken die Welt der Mode zu jeder Zeit beschäftigt. Denn auch ein schöner Rücken kann entzücken. Nach der wirklich tollen und interessanten Ausstellung ging es weiter Richtung Panthéon.
Ursprünglich war das Panthéon als Kirchenbau geplant, heute ist es die nationale Ruhmeshalle Frankreichs und Grabstätte vieler französischer Berühmtheiten, wie z.B. Pierre und Marie Curie. Das Gebäude ist wahnsinnig beeindruckend: Riesige Säulen, hohe Decken und vor allem die Kuppeln haben es mir angetan. Nicht zu vergessen auch, das Kellergewölbe, bzw. Krypta, wo sich die Grabstätten befinden. Lange Tunnel mit kleinen Räumen, in denen einige Berühmtheiten wiederzufinden sind. Einige Grabstätten sind geschmückt mit Blumen, Bildern oder schönen Verzierungen, andere sahen dagegen ganz schön kahl aus. Vor jeder Kammer befindet sich ein digitales Tablet, auf dem man sich über die Personen informieren kann, die dort begraben liegen.

Nach unserem Besuch im Panthéon brauchten wir mittags erst einmal eine Stärkung und haben uns in eine nahe liegende Crêperie gesetzt. Hier habe ich das erste Mal ein Galette bestellt, also ein herzhafter Crêpe als richtige Mahlzeit serviert – ein Galette Calzone. Es war wirklich köstlich, dass ich mit dem Gedanken spiele, mich dort nochmal reinzusetzen. Um euch ein bisschen neidisch und hungrig zu machen, hier ein Foto meines leckeren Mittags 😃:
Anschließend ging es für Viktoria und mich weiter Richtung Gare de Lyon zur Rue Crémieux. Wer eine kleine Auszeit von den Pariser Straßen braucht ist an dieser Adresse genau richtig. Die Straße ist zwar nicht extrem lang, aber hier kommt man sich vor als wäre man auf einmal irgendwo im sonnigen Italien gelandet. Ein buntes Häuschen neben dem anderen. Einfach gemütlich durchschlendern und die süßen Häuser genießen, denn fotografieren wird hier nicht gerne gesehen. Als wir auf der Straße spaziert sind, kamen sogar Securities, die Leute daran verhindert haben, dort Fotos zu machen, um die Bewohner nicht zu belästigen.
Vor kurzem hatte ich in einer Zeitschrift von einem geschlossenen Bahnhof gelesen, der umfunktioniert wurde, die sogenannte „La Recyclerie“. Sie ist ein grüner Mix aus Kulturzentrum, Werkstatt, Café und Bauernhof. Nachdem wir also durch die Rue Crémieux geschlendert sind, haben wir uns auf den Weg gemacht, um es uns selbst davon zu überzeugen, dass das in Paris möglich ist. Die Recyclerie befindet sich an der Endstation der Metrolinie 4: Porte Clignancourt. Wer Zeit und Lust hat, dem kann ich nur empfehlen hier einmal vorbeizuschauen, das Café hat ein super cooles, eigenes Flair. Vor allem im Sommer stell ich es mir dort sehr schön vor, draußen auf der Terrasse einen Kaffee zu genießen oder abends gemütlich mit Freunden einen Cocktail zu trinken.
Geht man durch das Café hindurch nach draußen, gelangt man in den „Gartenbereich“ der Recyclerie. Man trifft auf Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen, ein eigenes Kompostsystem, viele Kräuter und einiges mehr. Generell geht es in der Recyclerie um Nachhaltigkeit. Der alte Bahnhof ist ein Experimentierfeld dafür, wie wir in der Stadt des 21. Jahrhunderts ökologisch verantwortlich leben können. Unter anderem wird hier auch in Workshops gezeigt, wie man lokale Zutaten selbst bei sich anbauen kann und worauf man dabei achten sollte. Ein wirklich cooles Konzept.

Spätnachmittags sind wir spontan nach La Défense gefahren, um vom Grand Arc (dem modernen Arc de Triomphe) den Blick auf Paris zu genießen. Da es schon leicht dämmerte, wollten nicht mehr allzu viele Leute auf das Bauwerk und wir waren allein in einer Kapsel, die uns nach oben brachte. Auf dem Grand Arc angekommen, sind wir direkt auf die Dachterrasse hoch. Keine 10 Minuten nachdem wir oben angekommen waren, ging das Glitzerspektakel des Eiffelturms los. Dieser Blick, mit der Aussicht – es war unbeschreiblich schön, in dem Moment war ich einfach nur glücklich, ein richtig toller Tagesabschluss.
Sceaux
Sonntag hat das Wetter leider mal wieder überhaupt nicht mitgespielt und es hat den ganzen Tag bis nachmittags geregnet. Tagsüber blieb ich deshalb gemütlich eingekuschelt im Bettchen liegen und habe zusammen mit Viktoria einen alten Musical-Film angeschaut, der einem einfach immer gute Laune macht. Gegen halb vier, kam endlich ein bisschen die Sonne zum Vorschein und wir haben uns auf den Weg nach Sceaux gemacht – ein Tipp, den mir mein Arbeitskollege gegeben hatte. Am Schlosspark „Parc de Sceaux“ angekommen, kam ich mir vor wie eine Prinzessin, die zu ihrem Schloss hochläuft, es fehlte nur noch das Prinzessinnenkleid. 😃 Es war dort so unglaublich schön. Riesige Rasenflächen, die zum Schloss hochführten, mehrere kleine Brunnen, schön geschnittene Hecken, ein Schloss wie im Märchen. Ich weiß nicht, zum wie vielten Mal ich das jetzt schon in meinem Blog geschrieben habe, aber ich komme nicht aus dem Staunen heraus, was Paris und Umgebung alles zu bieten hat. Die Stadt fasziniert mich jedes Mal aufs Neue!!
À bientôt!
Catalina


















