04.11.2019-10.11.2019
Sieben Wochen sind um und meine achte Woche neigt sich auch schon dem Ende zu. In knapp zwei Wochen geht es für mich wieder nach Hause. Einerseits freue ich mich natürlich sehr auf meine Liebsten und auf zu Hause, andrerseits werde ich Paris bestimmt ein bisschen vermissen. Mir gefällt es hier wirklich gut!! Doch nun zu der eigentlichen Frage: Was stand in meiner siebten Woche so an?

Nachts im Museum 4
Wer von euch kennt die Filmreihe „Nachts im Museum“? Am Mittwochabend im Musée du Louvre habe ich mich ein klein bisschen wie in dem Film gefühlt. Vielen Leuten bzw. vielmehr Touristen ist nicht bekannt oder bewusst, dass das Louvre mittwochs und freitags bis 21.45 Uhr auf hat, weshalb es dort dementsprechend leer sein soll. Ich habe mich selbst davon überzeugen wollen und bin diesen Mittwoch gegen 19 Uhr ins Louvre gefahren. Und die große Frage der Fragen: War es wirklich so leer wie angenommen? Ja, definitiv.
Ich kann nur jedem empfehlen das Louvre am Wochenende zu meiden und sich stattdessen das Museum an einem Mittwochabend anzuschauen. Weder Schlangen vor der Pyramide noch vor den Ticketschaltern noch vor der Mona Lisa – keine Menschenmassen, kein Gedrängel, eigentlich eher das komplette Gegenteil. Ich war sehr überrascht, wie leer es dort war, habe mich aber umso mehr darüber gefreut. Dadurch hat mir die ganze Besichtigung so viel besser gefallen. Man konnte das Museum richtig genießen. Zwischendurch habe ich mich verlaufen und bin in einem kleineren, düsteren Raum kurzzeitig komplett allein gewesen, nebenan hat im Fluchttunnel dann noch eine Lampe angefangen zu flackern – fast schon wie im Horrorfilm oder wie bei „Nachts im Museum“. Mir ist ein bisschen mulmig dabei geworden und ich bin schnell aus dem „Horrorraum“ in eine größere Halle geflüchtet. Kurz nach meiner Gruselerfahrung ist mir Viktoria auch schon in die Arme gelaufen und wir haben uns gemeinsam auf Entdeckungstour begeben. Unter anderem haben wir uns die Venus von Milo, Nike von Samothrake, Ramses II, die Mauern des alten Louvre und natürlich die Mona Lisa angesehen.
Noch eine Kleinigkeit, die man vielleicht vorher wissen sollte: Auch wenn es heißt, das Louvre ist bis 21.45 Uhr geöffnet, wird man gegen 20 nach neun, schon nicht mehr zu allen Ausstellungsstücken gelassen. Also falls ihr euch dafür entscheidet mittwochs gegen Abend in das Musée du Louvre zu gehen, geht davon aus, dass ihr bis 21.20 Uhr definitiv alles sehen könnt und danach langsam zum Gehen gebeten werdet. Mein Abschlussfazit: Ein wirklich toller Tipp sich das Louvre mittwochs oder freitags gegen Abend anzuschauen, den ich nur wärmstens weiterempfehlen kann, denn es lohnt sich ungemein!!
Un bon weekend près de Paris
Dieses Wochenende war weniger spannend, dafür mehr gemütlich. Am Freitag wurde ich von einer Freundin meiner Oma und dessen Mann abgeholt. Bevor es nach Hause ging, haben die beiden mit mir noch eine private Sightseeing Tour im Auto durch Paris bei Nacht gemacht. Zwischendurch überkam mich ein bisschen das Gefühl, ich hätte noch nichts von Paris gesehen, weil mir viele Kleinigkeiten, die ich an dem Abend gesehen habe, vorher nie aufgefallen sind. Meistens fallen sie einem meist erst nach dem zweiten oder dritten Anblick auf. Deshalb war ich auch umso glücklicher über diese kleine Tour, denn sie hat mir Paris mal wieder von einer ganz anderen Seite gezeigt. Anschließend haben wir den Abend bei einem leckeren Abendessen und Wein ausklingen lassen.

Die beiden haben ein Haus in der Umgebung von Paris, ganz in der Nähe von Fontainebleau, weshalb das Schloss am Samstag auf unserem Besichtigungsplan stand. Auf der Hinfahrt sind wir durch ein kleines Künstlerdorf namens Barbizon gefahren. Ein wirklich süßes Dörfchen mit einladenden Cafés, charmanten Häusern und kleinen Boutiquen und Galerien. Barbizon bezeichnet auch eine Künstlerkolonie, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in dieser Gemeinde lebte und arbeitete. Am Schloss Fontainebleau angekommen haben wir uns getrennt und ich habe mir das Schloss sowie die Gärten allein angeschaut, da die Freunde meiner Oma beides nur zu gut kennen.
Meine Eindrücke von Fontainebleau? Eine tolle, etwas kleinere, aber nicht so überrannte Alternative zu Versailles. Im Gegensatz zu Versailles sind die Möbelstücke in Fontainebleau fast alle noch original erhalten. In Versailles hatte ich das Glück durch die VIP Tour in Räumlichkeiten zu schauen, in denen die Möbelstücke ebenfalls noch die originalen von damals waren, in den öffentlichen Räumen sind es allerdings größtenteils „nur“ Nachbauten. Falls ihr mehr über meinen Besuch in Versailles wissen möchtet, schaut gerne in meinem Blogbeitrag Week 1 in Paris vorbei.
Aber zurück zu Fontainebleau: Generell hat es mir dort sehr gut gefallen, die Reihenfolge, in der man die Räume zu sehen bekommt, die Aufmachung, die kleinen Infotafeln usw. Nicht zu vergessen die Garten- bzw. vielmehr Parkanlage. Man kann durch vier verschiedene Gärten gehen und die Schönheit der Natur genießen, vor allem zur jetzigen Jahreszeit hat alles gelb-orange geleuchtet – ein toller Anblick! Wer sich gerne Schlösser anschaut und Versailles schon kennt, für den wäre Fontainebleau bestimmt eine schöne Alternative! Hier ist der Eintritt für U26 Jährige mal wieder kostenlos gewesen 😊
Sonntagfrüh wurde ich mit einem leckeren französischen Frühstück begrüßt, bestehend aus frischen Croissants, einem noch warmen Baguette, frisch-gepresstem O-Saft und einem heißen Café au lait. Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten ging es in die Gemeinde Milly-la-Fôret auf einen kleinen Trödelmarkt und anschließend zur Chapelle Saint Blaise des Simples. Die Kapelle ist der einzige verbliebene Überrest einer Lepra-Krankenstation des 12. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert verfiel die Station zunehmend, einzig die Kapelle blieb übrig. Heute kann man die kleine Kapelle und den dazugehörigen Garten mit Heilpflanzen gegen eine kleine Spende besichtigen.
Im Vergleich zu den anderen Wochenenden mal ein nicht so ereignisreiches, dafür aber nicht weniger schönes Wochenende!
Bis nächste Woche!
Catalina












