11.11.2019-17.11.2019
Am 11.11.1918 wurde der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich sowie Frankreich und Großbritannien geschlossen und beendete damit die Angriffe im Ersten Weltkrieg. Der Waffenstillstandstag gilt in Frankreich als Feiertag, weshalb ich einen Tag länger Wochenende und damit eine verkürzte Arbeitswoche hatte. Ist das zu glauben? Das war meine vorletzte Woche und mittlerweile habe ich nur noch eine vor mir, in der ich hier in Frankreich arbeite…

Einen besseren Start in die Woche hätte ich mir nicht vorstellen können: Gemütlich aufstehen, anschließend zu Viktoria fahren, leckeres selbstgemachtes Oatmeal mit roten Früchten und frisch gepresstem O-Saft genießen und das an einem Montag. Nachdem wir entspannt in den Tag gestartet sind, ging es für uns ins 9. Arrondissement zur Opéra Garnier. Die Besichtigung der Oper war bei dem Schmuddelwetter, das wir an dem Tag hatten, eindeutig die beste Option, zumal wir sie beide vorher noch nicht von innen gesehen hatten.
Fazit zur Opéra? Sie ist definitiv einen Besuch wert: Die Oper ist so glamourös, prunkvoll und beeindruckend. Wahnsinn, wie viel Kunst in nur einem Gebäude stecken kann. Überall tolle, goldene Verzierungen, ein pompöser Eingangsbereich, riesige Spiegel, die bis unter die Decke gehen und nicht zu vergessen, die tollen Kronleuchter, die für eine schöne Beleuchtung sorgen.
Nach der Besichtigung sind wir ein bisschen durch die Straßen Richtung Jardin des Tuileries und Musée de l’Orangerie geschlendert. Angekommen im Museum haben wir uns ganz in Ruhe die Seerosen von Monet angesehen. Mir war vorher nicht bewusst, dass sich die Kunstwerke auf so langen Ölgemälden befinden – wirklich sehenswert. Die Galerie im Untergeschoss des Museums war leider so überfüllt, dass wir da nur „durchgerauscht“ sind und lediglich vor einigen wenigen Gemälden Halt gemacht haben.

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Im Anschluss ging es für uns weiter zum Palais Royal bzw. vielmehr zu den allseits bekannten schwarz-weißen Säulen des Palais Royal. Bei vielen Leuten sah es so einfach aus, auf die riesigen Zylinder zu kommen, doch als ich es selbst probiert habe, war es alles andere als das… Wahrscheinlich lag es an meinem Wintermantel…(das rede ich mir einfach ein :D)
Gegen Nachmittag wollten wir nach Pigalle, um uns dort den wohl coolsten Basketballplatz, den ich kenne, anzuschauen. Durch Zufall sind wir auf dem Hinweg auf eine der wenigen noch übrigen typischen, pariserischen Galerien getroffen: der Galerie Vivienne. Man findet dort kleine Boutiquen, Schmuckläden und urige, alte Bücherstübchen. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, wie toll es ist, Paris zu Fuß zu erkunden, denn dabei entdeckt man Sachen, die einem sonst nie aufgefallen wären bzw. die man sonst nie gesehen hätte. Wer also die Wahl hat zwischen Paris zu Fuß zu erkunden oder mit der Metro, dem kann ich nur ans Herz legen sich für ersteres zu entscheiden!

Doch zurück zum Basketballplatz. Leider war er aufgrund des Feiertages nicht geöffnet, doch wer gern Basketball spielt und Lust hat, mal in Paris auf einem wirklich besonderen Platz zu spielen, der sollte sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen! Ich habe noch nie einen schöneren Basketballplatz gesehen, etwa einer von euch?
Die Basilika Sacre Coeur befindet sich ganz in der Nähe des Viertel Pigalle. Und was wäre schöner als den Sonnenuntergang über Paris von dort oben zu beobachten? Deshalb entschlossen wir uns kurzerhand unser Abendessen ein wenig nach hinten zu verschieben und stattdessen den Sonnenuntergang von dort aus zu genießen. Zu unserem Glück ist ab Nachmittag nämlich der Himmel aufgerissen und die Sonne kam hinter den dunklen Wolken hervor.
Als Tagesabschluss sind wir noch einmal zu der Crêperie gefahren, in der Viktoria und ich schon in meiner Week 6 in Paris waren, weil das Galette dort so lecker war – das Galette Calzone.
Dienstag und Mittwoch sahen bei mir nach der Arbeit eher entspannt aus. Am Donnerstag hingegen kam mich Greta für das Wochenende besuchen!! Spontan hat sie mich davon überzeugt, abends das Länderspiel Frankreich gegen Moldawien im Stade de France anzuschauen, denn wann bekommt man mal wieder die Möglichkeit für 15€ im Nationalstadion ein Länderspiel zu sehen? Bevor wir dorthin gefahren sind, haben wir uns den angeblich leckersten Falafel in Paris im Viertel Marais geholt. Ich kann nur sagen, er war wirklich sehr gut!!

Anschließend ging es weiter Richtung Stadion, vor dem Menschenmassen nur darauf gewartet haben rein gelassen zu werden. Wer es noch nicht wusste, in die Fußballarena passen rund 80.000 Menschen und zu meinem Erstaunen, waren an dem Tag nur noch wirklich wenige Plätze frei. Das Spiel war richtig gut besucht. Fairerweise muss ich sagen, dass ich eigentlich kein großer Fußballfan bin, aber die Stimmung in dem Stadion war echt grandios, es hat so viel Spaß gemacht, die Franzosen mit anzufeuern. Auch wenn ich nicht wirklich verstanden habe, was die französischen Fans gebrüllt haben – Hauptsache irgendwas mitgrölen und die Stimmung mit anheizen.
Da ich am Freitag noch arbeiten musste, ist Greta vormittags allein durch die Stadt gebummelt. Nachmittags haben wir uns dann vor Ort getroffen und sind zusammen ein wenig durch die Läden geschlendert. Ganz nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts!“, haben wir uns als kleine Stärkung den leckersten Cookie der Stadt bei Scoop me a Cookie in Marais geholt. Und ich kann nur sagen, der Cookie war wirklich vom Feinsten. Von dem scheußlichen Regen haben wir uns nicht unterkriegen lassen und sind weiter durch die Kaufhäuser gebummelt – davon gibt es in Paris zum Glück reichlich. Damit wir unserem obigen Motto treu bleiben haben wir uns abends dazu entschieden ein „Inder-Testessen“ zu machen :D.
Eigentlich war das nicht ganz freiwillig, aber im Nachhinein sehr lecker. Der erste Inder war in Saint-Denis mit der Besonderheit, dass das Restaurant von innen so aussah, als würde man in einem Zug sitzen: Gepäckablagen für die Garderobe und Bildschirme in Form von Zugfenstern, die einem das Gefühl gegeben haben, man würde sich in einem fahrenden Zug befinden. Die Portionen waren dort allerdings wirklich klein, weshalb wir uns im Anschluss spontan noch bei einem zweiten Inder reingesetzt haben. Dort haben wir uns dann eine Portion geteilt. Beide Male gab es richtig leckeres Knoblauch Naan Bread und Butter Chicken, beim zweiten Inder zum Glück auch mit Reis. Wenn ich jetzt dran denke, bekomme ich schon wieder Hunger. Nach unserem ausgiebigen Testessen (es waren ja doch „nur“ zwei Restaurants) sind wir glücklich und zufrieden nach Hause gekugelt. 😀
Unser eigentlicher Plan für das Wochenende war es, das Yves-Saint-Laurent-Museum zu besichtigen, was sich schlussendlich aufgrund der Gelbwesten Demonstrationen als sehr schwierig rausstellte: Wegen der Demos waren alle Metrostationen im Umkreis des Museums gesperrt. Also haben wir unsere Pläne über Bord geworfen und stattdessen dort weitergemacht, wo wir Freitag aufgehört haben. Als erstes sind wir auf die Dachterrasse des Printemps Homme gefahren, um die Skyline von Paris zu genießen. Anschließend sind wir ein bisschen durch die Frauenabteilung des Kaufhauses geschlendert bis sich der kleine Hunger bei uns meldete. Mit einem Croque Monsieur haben wir uns in der Galerie Lafayette gestärkt, ehe es weiter Richtung Hôtel de Ville und Marais ging. Dort wurde unsere Bummelei dann fortgesetzt. Das Viertel bietet so viele verschiedene Shoppingmöglichkeiten, von Concept Stores, zu kleinen Boutiquen bis hin zu Vintageläden – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Nach dem gleichen Motto wie am Freitag, „Man gönnt sich ja sonst nichts!“, waren wir am Samstagabend italienisch essen. Angefangen mit der Vorspeise, einem wirklich leckeren Burrata mit frischem Brot, Olivenöl, Salz und Pfeffer, dem Hauptgang, die beste Trüffelpasta, die ich bisher gegessen habe (wirklich zum reinsetzen!!) und als wäre das nicht schon genug, als Dessert noch eine flambierte Crème Brûlée. Zu diesem Italiener werde ich auf jeden Fall auch nochmal mit meiner Mama gehen, wenn sie mich besuchen kommt.
Als Tagesabschluss sind wir mit zwei E-Scootern zum Eiffelturm gefahren und haben dem glitzernden Spektakel zugeschaut. Daran kann man sich einfach nicht satt sehen!!

Der Abreisetag von Greta kam schneller als gedacht…Am Sonntag sind wir mit einem leckeren Frühstück im Pain Quotien in den Tag gestartet. Für uns gab es Scrabbled Egg Toast mit Avocado, Pesto Rosso und dazu einen frisch gepressten O-Saft – yummy!! Bei Pierre Hermé gab es noch einen Macaron zum Abschluss und dann ging es auch schon zum Gare de l’Est, Greta zum Zug bringen.
Abends habe ich mich noch mit Viktoria getroffen und wir haben zusammen gekocht – einfache Nudeln mit Tomatensauce, die trotz der Einfachheit sehr lecker waren. Es war mal wieder ein wirklich tolles Wochenende hier in Paris und ich bin so dankbar dafür, dass ich das alles erleben darf!!
Habt noch eine schöne Restwoche!
Eure Catalina















